Anschlussrehabilitation (AHB)
Eine besondere Form der Rehabilitation ist die Anschlussrehabilitation (AHB). Sie ist eine medizinische Rehabilitation unmittelbar nach der Akutbehandlung in einem Krankenhaus. Herzpatienten kommen heute schon wenige Tage nach der Operation zur Anschlussrehabilitation (AHB) in die Werner-Messmer-Klinik und werden dort von einem spezialisierten Ärzteteam betreut.
Medizinische Rehabilitation baut auf einem ganzheitlichen Ansatz auf. Das umfassende Konzept der medizinischen Rehabilitation der Rentenversicherung hat folgende Inhalte.
- Medizinische Diagnostik, ärztliche Beratung und Therapie
- Psychologische Diagnostik, Betreuung und Therapie mit Hilfen zur Krankheitsbewältigung
- Bewegungs- und Physiotherapie
- Gesundheitstraining, Information, Schulung, Aufklärung
- Soziale und berufliche Beratung
Eine erfolgreiche Rehabilitation mit dem Ziel einer Wiederherstellung der körperlichen und seelischen Belastbarkeit für die Bedürfnisse des Alltags und des Berufslebens geht nicht ohne aktive Mitwirkung der Rehabilitanden. Sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe und endet nicht mit dem Verlassen der Rehabilitationseinrichtung. Es gilt, Erlerntes später zu Hause und am Arbeitsplatz aktiv umzusetzen.
Indikationen für eine Anschlussrehabilitation
AHB-Indikationsgruppe 1 (Krankheiten des Herzens und des Kreislaufs)
- nach akutem Herzinfarkt (STEMI, NSTEMI)
- Koronare Herzkrankheit ohne akuten Herzinfarkt - nach komplikationsreichem, meist instabilen Verlauf und nach Beherrschung der Akutsituation
- nach elektiver PTCA (Ballonaufdehnung) mit ausgeprägtem Risikoprofil und besonderem Schulungsbedarf
- nach koronarer Bypassoperation - nach Abschluss der postoperativen Behandlung
- nach Herzklappenoperation - nach Abschluss der postoperativen Behandlung
- nach operativer Korrektur angeborener Vitien (Herzfehler) - nach Abschluss der postoperativen Behandlung
- bei Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) - nach Beherrschung der Akutsituation nach komplikationsreichem Verlauf
- nach dekompensierter Herzinsuffizienz - nach Beherrschung der Akutsituation und bei mittelfristig stabilem Krankheitsverlauf
- nach entzündlichen Herzerkrankungen bei protrahiertem Verlauf und nach Abklingen des Akutstadiums
- nach Lungenembolie
AHB-Indikationsgruppe 2a (Krankheiten der arteriellen Gefäße)
- Atherosklerose der Extremitätenarterien (Periphere arterielle Verschlusskrankheit) - nach elektiver PTA mit oder ohne Stentimplantation mit ausgeprägtem Risikoprofil und besonderem Schulungsbedarf
- Nach Operationen am arteriellen Gefäßsystem (außer extra-/intrakraniell) - nach Abschluss der postoperativen Behandlung
